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Der Name „Schleife“ stammt vom gleichnamigen Fabrikareal.

 

Das Textilgewerbe spielte seit dem Mittelalter im wirtschaftlichen Leben Winterthurs eine bedeutende Rolle. Das heutige Fabrikgebäude der «Schleife» – der Name geht dabei zurück auf die mechanischen «Schleifwerke » – wurde in den Jahren 1829–31 erstellt.

 

Der Thurgauer Färber Johann Jakob Weber (1814–1901) baute die «Schliiffi» zu einem grossen Unternehmen der Textilveredelung aus. Gilet- und Futterstoffe, Tücher für Sonnen- und Regenschirme wurden einfarbig gefärbt. Der bedeutsamere Anteil des Unternehmens entfiel bald auf das Ausrüsten und Appretieren von bunt gewobenen und bedruckten Tüchern und Krawatten. «Dazu gehörte auch das Auswaschen und akkurate Falten, sowie die ansprechende Verpackung der Tücher mit seidenen Bändchen und Papierumschlägen, in schönen Schachteln und soliden Kisten.»

 

Blütezeit der Schweizer Baumwollindustrieauftraggeber waren Baumwollweber- und Druckereien aus der Ostschweiz (Toggenburg, Zürcher Oberland, Glarnerland). Winterthurer Handelshäuser knüpften Beziehungen zu den südlichen Ländern Europas, nach Mittel- und Südamerika und in den Osten Asiens. Es war die Blütezeit der Schweizer Baumwollexportindustrie.


Ausserordentliches soziales Engagement 

J.J. Weber war ein weitsichtiger und grossherziger Unternehmer und daneben auch in Familie und Öffentlichkeit engagiert. Er öffnete ein Arbeiter- Unterstützungskonto durch die jährliche Zuweisung von zehn Prozent des Reingewinns. Dieser Fond linderte viel unverschuldete Not, die Krankheit, Unfall oder Militärdienst verursachten. Schon 1854 entstand eine Krankenkasse. Sie wurde von Anfang an durch die Arbeiter selbst verwaltet; doch deckte der Patron die Rückschläge ihrer Abschlüsse.  

 

Kampf gegen soziales Elend 

Den handwerklich-patriarchalischen Ursprüngen entstammte auch eine Arbeiterspeiseanstalt, die zu bescheidenen Preisen Mahlzeiten ausgab. 1873 diente sie täglich etwa siebzig Arbeitern. Zur Linderung der Wohnungsnot des Arbeiterstandes baute Weber auf eigenen Rechnung am oberen Deutweg und an der Pflanzschulstrasse eine Reihe von Wohnhäusern (1867 – 1878). Ebenfalls aus eigenen Mitteln gründete er den Kindergarten im «Oberen Deutweg», der später an die Stadt überging.

 

Übernahme durch Carl Weber jun. 

Sein Sohn Carl Weber stieg 1869 – nach einem naturwissenschaftlichen Studium an der Universität Zürich und Wanderjahren in Deutschland, Österreich, Frankreich, England und Schottland – in das väterliche Geschäft ein. Vor gut 100 Jahren, als der Export von bunten Stoffen zurückging, nahm die Bleicherei an Bedeutung zu (Ausrüsten von rohen Stoffen zu Weisswaren, wie Spitzen etc.). Textilmaschinen waren bis November 1999 in Betrieb.

(Quelle: Winterthurer Jahrbuch 1988)

 

1980 - Heute 

Heute befinden sich im «Schliiffi»-Gebäude verschiedene kleingewerbliche Betriebe sowie das Eidgenössische Photoarchiv und natürlich die Stiftung Schleife!

 

Fabrik
Stoffrollen
J.J. Weber

Stiftung Schleife | Pflanzschulstrasse 17 | 8411 Winterthur | Fon 052 233 60 80